Name: Johannes Kleine
1.) Wie bist Du ein „ärztlich attestierter Wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ geworden?
Schon in der ersten Produktion am Theater unserer Schule habe ich mit Markus, Robert, Caro mitgespielt – dieses Stück, „8:16“ kann man als Vorläufer unserer „ZeitenWände“ betrachten. Die Kulturkaderschmiede des Gymnasiums zu Jessen, dass wir also alle in dieser Zeit besuchten, brachte und zusammen und ermöglichte es Markus, uns immer mehr zu vereinnahmen und schließlich zu wahnsinnigen Immigranten des Showbusiness werden zu lassen. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen wir Schauspieler und weitere Teilnehmer an das Projekt herangehen, ist interessant: Ich als akademisch nicht unbedingt dem Dramatischen besonders zugetaner Literaturwissenschaftler sehe sicher anderes als unsere Theater- und Medienwissenschaftler; der sich bereits dramaturgisch und regisseuriell betätigende Mario weiß anders an das Stück heranzutreten als die künftige Deutsch- und Geschichtslehrerin. Diese interessante Mischung und natürlich auch die langjährige freundschaftliche Bande, die die meisten von uns verbindet, haben mich als jungen Papa und Studentenrat trotz Zeitnot zusagen lassen, als Markus die tatsächlichen Realisierungsgelüste des wahnwitzige Projekts beteuerte.
2.) Was machst Du genau bei dem Theaterprojekt?
Ich war erst ein flat character, der hampelnde Moderator, der die Collagenbits und pieces zusammenhält. Aber – und gerade dieser intensive Probenprozess, der auch vor kompletten textlichen wie dramaturgischen Änderungen keine Angst hat, macht ja so viel Spaß – nach einigen vom Autorenteam durchwachten Nächten, bin ich nun eine durchaus herausgearbeitete Conferencier-Figur, die sich brutal brechen lässt und so das an sich schon in verschiedene Metaebenen aufgespaltete Geschehen auf höherer Stufe reflektiert. Das zunehmend Grauenhafte spiegelt sich also im Gemüt meines Charakters und gipfelt in einer willenlosen Todessehnsucht.
3.) Gibt es für dich bisherige besondere Erlebnisse, Ereignisse usw. die mit ZeitenWände in Zusammenhang stehen und der Nachwelt erzählt werden müssen?
Nö, fällt mir grad nix ein. Wird entweder nachgereicht oder fällt weg.
4.) Was erwartest Du von den Aufführungen beim WGT?
Da liegt ja das Problem: Ich kann mir noch gar nicht recht vorstellen, wie die Aufführungen funktionieren und was ich ergo erwarten kann. Hoffentlich treffen wir auf ein anspruchvolles, aber auch enorm offenes Publikum, das auch hinter der mitunter abgefahren drastischen Metaphorik nach Zusammenhängen und Aussagen sucht. Ganz abgesehen davon weiß ich noch nicht, wie ich den ganzen Kaffee trinken soll, um Samstag morgens um 6 Uhr aufzubauen und nach zwei Vorstellungen wieder abzubauen, ohne am Sonntag wegen Magengeschwüren auszufallen.
5.) Was verspricht in deinem Leben nach ZeitenWände zu passieren?
Meine erste Hausarbeit wird wenig später abzugeben sein und muss gut werden. Außerdem macht uns in Sachsen die Novellierung des Sächsischen Hochschulgesetzes zu schaffen, was bestimmendes Thema meiner Arbeit im Studentenrat und Fachschaftsrat meiner Fakultät in Dresden sein wird. Ansonsten genießen wird gemütlichen sächsischen Studierenden den Vorzug einer Woche Pfingstferien, die ich am liebsten bei Sonnenschein mit meiner Tochter und deren Mama an der Elbe verbringen möchte.
6.) Dein Schlusswort
Kein Kommentar!
geschrieben von Johannes Kleine

