Zweite Probenwoche
Das zweite große Treffen mit der Theatergruppe stand an und Zeitenwände war wieder völlig präsent. Gestartet sind wir jedoch mit einigen Schwierigkeiten. Probentermine mussten neu abgestimmt werden und da lässt sich sehen, wie schwierig es ist, selbst nur ein paar Leute unter einen Hut zu kriegen. Nichtsdestotrotz, los geht’s. Erster Akt stand auf dem Plan und….naja…eher weniger zufriedenstellend, aber einige Diskussionen, Auseinandersetzungen später lief es dann. Vor allem das brachte die zweite Probenwoche auf den Punkt, wir müssen viel an uns arbeiten und dazu gehört eine anständige Kommunikation. Wir sind wieder ein ganzes Stück zusammengewachsen, denn die langen Zwangspausen zwischen den Proben reißen mich zum Beispiel völlig aus dem Geschehen heraus, doch genau das ist die einmalige Aufgabe an Zeitenwände.
Der weitere Probenverlauf hieß für mich mindestens zwei Dutzendmal qualvoll sterben nachdem es immer hieß: „So jetzt ist Robert tot, nächste Szene bitte!“. So ist das im Theater, da wird einfach über einen hinweg gegangen. Weiterhin haben wir aber nun das komplette Stück durchgespielt und wir haben alle gesehen, was es für kritische Momente für die Zuschauer geben könnte. Es wird einfach spannend, wie die Leute das Stück und die Thematik aufnehmen. Einen weiteren Vorgeschmack auf das endgültige Bühnenbild durften wir ebenfalls genießen, denn ein Bauteil von sechsen war schon aufgebaut und es war einfach groß…groß genug fürs Schauspielhaus….
Natürlich stand der obligatorische Spieleabend am Ende der Woche auf dem Programm, bei dem leider meine Schwächen bei Trivial Persuit zu Tage kamen, aber reden wir lieber nicht davon. Eine harte Probenwoche ging vorbei und dieses Theaterprojekt ist auf allen Ebenen ein Experiment, was ich so noch nicht erlebt habe. Selbst im Stück sind die Rollen so banal, gefährlich und übertrieben, dass es schwer fällt „normal“ zu spielen. Ein ständiger Grenzspaziergang mit seiner eigenen Identität.
Fazit der Woche:
Sterben kann man auf unterschiedlichste Art und so viel man will bei Zeitenwände. Hauptsache live. Ich kriege nur die sympathischsten Rollen ab, das ist ja klar. Mit Markus macht man die ungewöhnlichsten Erfahrungen, Mario hat ungeahnte Vorlieben und ein Labellostift muss beim Proben immer dabei sein…
Robert Zahn
