Treffen in Leipzig

Nach einigen Telefonaten, Besprechungen, nächtlichen Schreiborgien und Vorgesprächen stand mit dem 07.11.07 das erste Treffen der kompletten Darstellerriege an. Man war in Leipzig zur Besichtigung des Schauspielhauses angetreten. Von mir ganz bewusst angeregt, fand das Treffen mit dem technischen Direktor im Beisein aller Darsteller statt. Die Begehung sollte allen klar machen was uns erwartet und das auch ein evtl. Scheitern spaß machen kann. Für mich gilt bei „ZeitenWände“ die Devise: Der Weg ist bereits Teil des Stückes… Das Ziel ist aber die Premiere, aber auch der Weg dorthin sollte Spaß machen. Lernen wird sicherlich jeder etwas, was genau wissen wir in ein paar Monaten, nach dem Wave Gotik Treffen 2008, wenn es am 9.Mai heißen wird. Heute Abend: Uraufführung von „ZeitenWände“ Noch war die erste Leseprobe im Hotelzimmer sehr atemlos. Aber man merkte wie Worte wirken wenn sie ausgesprochen werden und nicht nur abgelesen im Inneren des Lesenden verbleiben. Beim Hören entsteht eine neue Ebene und diese wird später durch die Inszenierung noch einmal verstärkt. Jedem ist an diesem Abend bewusst geworden wie leicht man scheitern könnte. Aber wann hat man schon einmal die Gelegenheit auf einer solchen Bühne zu spielen. Bekanntlich übt das Risiko auch einen gewissen Reiz aus, und es gehört irgendwie zu jeder Art Spiel dazu. Ernüchternd auch der gemeinsame Besuch der Medea-Inszenierung die wir am Abend besuchen. Nur etwa 75 Zuschauer wohnen einer gelungenen Inszenierung bei. Auf dem Weihnachtsmarkt schoben sich tausende durch die Engen Gassen…Kultur hat es eben schwer.
Fazit: Germanisten sind wohl eher Theoretiker. Ich mochte schon im Sandkasten kein Förmchen. Meine Burgen formte ich mit den Händen und meiner Phantasie…Regeln gibt es keine, erlaubt ist was spaß macht und mit keinem Gesetz kollidiert. Ich freu mich auf die Arbeit.

Oswald Henke