Treffen in Leipzig
Irgendwo auf der Autobahn zwischen Berlin-Leipzig ist mir klar geworden, dass jetzt endlich alles beginnt. Was vor Monaten als gemeinsame Kopfgeburt mit Oswald entstand, erblickt nun erstmalig das Licht der Welt. Dazu trafen wir uns alle zur gemeinsamen Besichtigung der baldigen Wirkungsstätte: das Leipziger Schauspielhaus. Doch vorher entschied man sich noch spontan zu einer kleineren Leseprobe, im noch viel kleineren Hotelzimmer. Nichts desto trotz, es können alle Darsteller lesen und das kann für das Theaterstück nur von Vorteil sein! Dann ging es endlich zum Theater. Auf dem Weg Glühwein – wir zu zeitig – also noch einen Kaffee (groß und schwarz) und dann ins Schauspielhaus. Dort: Begrüßung (netter sächsischer Pförtner), trafen den technischen Direktor (ebenfalls nett!), Fahrstuhl (hoch oder runter? – ich glaube hoch), Räume links, Räume rechts, zu viel, Hilflosigkeit, am Ende verirrt (wer mich kennt weiß wie lang dieser Zustand bei mit anhalten kann). Irgendwann standen wir auch einmal mitten auf der Bühne. Dort, so der technische Direktor, sei alles möglich – egal ob Duschkabine von oben, Wasser von unten oder Feuerwerk in der Mitte. Beeindruckend! Übrigens, 10 Meter Bühnenbreite können einen Darsteller ganz schön allein aussehen lassen. Da freut man sich auf seine langen Monologe! Abends ging man noch gemeinsamen Besuch zur Medea-Aufführung im Schauspielhaus. Theaterstück = interessant. 75 Zuschauer = erschreckend. Wer braucht aber auch schon Kultur, wenn es auf dem Weihnachtsmarkt sechsundzwanzig verschiedene Versionen von „Leise rieselt der Schnee“ zu hören gibt.
Am Ende stand, wie immer die Heimfahrt. Mit im Gepäck fast die Hälfte der Darstellerriege und endlose Monologe meinerseits, die es auf der Fahrt noch kund zu tun galt. Was bleibt ist die Vorfreude auf baldige Proben zur „ZeitenWände“.
Markus Förster
