Treffen in Leipzig

Das soll es also sein? Dies ist das Team, das eine der größten und technisch aufwendigsten Bühnen Sachsens mit einem Stück bespielen soll, welches noch gar nicht geprobt wurde? In weniger als einem halben Jahr? Ein kommatöser Legastheniker, der sich von der Personalunion aus Co-Autor und Regisseur im Beisein der Benannten anhören muss, er hätte die falschen Schauspieler ausgewählt und eben diese, die da turteltaubierend und bratwurstbesenfend fast das Stück verpassten, das zu besehen sie sich in Leipzig trafen, eine Ahnung von der Tragweite ihrer Entscheidung zur Zusammenarbeit erhaschend.
Nun – nach einer ersten Leseprobe in den gefühlten anderthalb Kubikmetern Leipziger Ibis-Hotelzimmer und einem Treffen mit dem Technischen Direktor des Schauspielhauses zur Bühnenbeschau – kam es zumindest bei mir zu gesteigertem Enthusias- und Optimismus. Letzterer erklärte mitfühlend, weniger professionell ausgebildeten Schauspielern (den geringschätzigen Seitenblick hat er geschickt unterlassen) seien notfalls Mikromikrophone anzubringen und erhöhte die Vorfreude durch Angabe unserer technischen Möglichkeiten, Marke: Was braucht ihr denn, so Pyrotechnisch oder mit Regenmaschine? Vielleicht rauchen auf der Bühne? Klar kann man das alles drehen – 1,2 Meter die Sekunde!
Nach einer nächtlichen Heimfahrt und zweieinhalb verdrückten Tüten voller Gummiviecher sinkt man glücklich und vom Inhalt des Stückes zu einem lachenden und einem geschockten Auge gedrängt, ein (Karo stelle sich dies bitte nicht zu lebhaft vor :-).

Johannes Kleine