Beitrag zum Pfingstgeflüster

Markus Förster

Mitte Juli wird im Pfingstgeflüster ein Beitrag von mir zum diesjährigen Wave Gotik Treffen erscheinen. Es handelt sich dabei um meinen persönlichen Eindruck zur „Lesekultur“ der Schwarzen Szene, den ich mir an den Pfingsttagen verschaffen konnte.

Erscheinen wird er, soviel sei an der Stelle einmal verraten, unter der Überschrift „Auf der Suche nach Schwarzen Worten“.

Schon jetzt wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen. Mehr Infos findet ihr auf der Internetseite www.pfingstgefluester.de.


geschrieben von Markus Förster

Null Toleranz (von?) den Toleranten – ein persönliches Schlusswort

Markus Förster

Künstler zu sein, heißt möglicherweise die Gabe zu besitzen, andere Menschen faszinieren zu können. Mann oder Frau schaffte es mit Worten, Tönen oder manchmal auch nur durch einen einzigen Blick sein Gegenüber zu fesseln, vielleicht sogar dessen Innerstes emotional zu berühren.
Während und auch nach dem diesjährigen 17. Wave Gotik Treffen stellte ich mir jedoch häufiger die Frage, welchen Preis eigentlich der Zuschauende für eine solche Berührung zahlt beziehungsweise zahlen sollte. Verstehen sie mich jetzt nicht falsch! Ich möchte hier keinesfalls dazu anregen, dass die Veranstalter des Treffens die Ticketpreise erhöhen, um noch mehr Künstlereigenheiten, wie sie auch in diesem Jahr wieder bei der ein oder anderen Band sichtbar waren, zu erfüllen. Des Weiteren habe ich nicht vor die Zuschauenden dazu anzuhalten einer Band noch mehr von allem geben zu müssen. So darf auch ein verpflichtender, mehrminütiger „Hurra-Ich-Will-Ein-Kind-Von-Dir-Applaus“ nicht der zu zahlende Preis des Publikums sein. Im Gegenteil, vielmehr gilt es sich das Recht zu bewahren Künstler und ihr Auftreten kritisieren zu dürfen. Manchmal muss man sie in ihre Schranken zurückweisen, da sie sonst gänzlich den Boden unter ihren Füssen verlieren. Doch welchen Preis gilt es nun als Besucher gegenüber den auftretenden Künstlern sowie dem gesamten WGT zu zahlen? Ein kleines Foren-Experiment gefällig?

 

Thema: Pfingstbote WGT 2008
User: der pfingstbote wird ja von jahr zu jahr aufwendiger….ich frage mich jedoch: MUSS das wirklich sein???? ich hab hier noch so ein pfingstboten von 2001 rumfliegen, das war noch toll…ohne viel schnick-schnack. einfach nur schön schwarz/weiss un nich so unnötig dick. nich das ich das wgt teuer finden würd, aber anstatt so ein aufwendiges buch zu konzipieren und so aufwendige karten drucken zu lassen, könnt man auch den eintrittspreis reduzieren

 

Thema: ZeitenWände
User: Hi Zeitenwände, na ja also viel getan hat sich ja nicht!
Hab mir mal eure Fotos von der Kostümprobe angeschaut und muss wirklich sagen: „Sehr Spektakulär“! Dann euer „Onlineshop“ DENKT IHR WIRKLICH DAS DIE EINFALLSLOSEN KLAMOTTEN EINER KAUFT? Ich jedenfalls nicht.

 

Thema: EMO
User: Ein unglaubliches Volk. 365 Tage im Jahr Karneval mit schlimmen Frisuren und dazu noch diese penetrante Aufdringlichkeit des Emo sein.

 

Anhand dieser Beiträge wird leider deutlich, dass wohl ein Teil der diesjährigen Treffenbesucher nicht mehr bereit ist ihren Mindestpreis für jenes Festival zu zahlen: Toleranz gegenüber dem Anderssein und der Arbeit Anderer. Vielmehr wird vor, während und auch gern noch nach dem WGT gespottet, gemeckert und oder neidisch auf sein Gegenüber geblickt. Scheinbar hat so manch Einer mit den Jahren (sowie so manch WGT-Frischling von Beginn an) verlernt zu erkennen, was das Wave Gotik Treffen zu einem weltweit einzigartigen Ereignis hat heranreifen lassen. War es nicht gerade jenes Gemeinschaftsgefühl, jene Toleranz unter den Besuchern – die auch alljährlich in jeder szenen- oder szenenfremden Berichterstattung erwähnt wurde – die das WGT auch schlimme Stunden, wie beispielsweise das Chaos-Treffen vor acht Jahren, hat überstehen lassen.
Meiner Meinung nach sind es jene Besucher, die die Szene durch ihre eventuell auch sechshundertfünfundsechzig Tage im Jahr anhaltende Intoleranz um ein in der Musikwelt einmaliges Festival berauben. Möglicherweise spielen ja bestimmte Bands schon nicht mehr auf dem WGT oder sehen allgemein von Festivalauftritten ab, weil sie sich nur ungern während des Konzertes von musikalisch anders orientierten „Fans“ beschimpfen oder mit Bierbechern bewerfen lassen. Auch während unseres Theaterstückes gab es leider wieder einige Wenige die meinten sie müssten anstatt ihres Fragebogens (wie es gewollt gewesen wäre) ihren Kugelschreiber auf die Bühne werfen.
ZeitenWände – ein Projekt das eigens von Oswald Henke und mir für die Gothic Szene sowie dem diesjährigen WGT produziert und bei dem der Versuch unternommen wurde, dem Publikum zwei unterhaltsame aber auch nachdenklich Stunden zu bereiten – erscheint mir nach den vier Aufführungen im Leipziger Schauspielhaus nicht nur ein emotionaler Spalierlauf sowie eine finanzielle Gratwanderung gewesen zu sein. Vielmehr war es auch ein stetiges Ankämpfen gegen gelebte Intoleranz einiger schwarzer „Musik- und Kunstliebhaber.“ Schon während unseres Projektes war ich es leid, mich für angeblich einfallslose Klamotten oder für zu wenig online gestellte Probenfotos gegenüber profilgeschützten Dauernörglern rechtfertigen zu müssen. Jenen „Kritikern“ wünsche ich zukünftig viel Spaß beim Gestalten eigener Projekte. Es liegt jetzt an ihnen es besser zu machen, denn zumindest ZeitenWände wird nicht noch einmal auf einer Theaterbühne gespielt werden.
Das man es einem Teil der Besucher wohl aber auch zukünftig wird nie recht machen können, zeigt sich für mich darin, dass sich die Veranstalter des Wave Gotik Treffens in diesem Jahr sogar für einen zu schön gestalteten Pfingstboten kritisieren lassen müssen. Möglicherweis ist auch in der Gothic Szene endgültig die Zeit der toten Denker angebrochen:

 

Was heißt schon zu wissen,
wenn der Geist doch nur manipuliert worden ist.
Selbstdenken ist nur Wenigen vergönnt.
Das Denken vieler
gleicht eher einer krüppelhaften Natur.

Grenzenloses Vakuum!

Jeder spricht,
doch ist das Wort dem Denken gleich?
Gleicht das Wort dem Wissen?
Weiß ich was du denkst?
Weißt du, was ich weiß?
Das Heute – nur eine Zeit der toten Denker.

 

Mein Schlusswort zum 17. Wave Gotik Treffen:

1.) Das Gefühl auf einer Bühne, wie der des Leipziger Schauspielhauses stehen zu dürfen sowie die Gewissheit, dass einem sehr wohl auch interessierte, tolerante Menschen zu hören, ist unbezahlbar.

 

2.) Als Publikum sollte man endlich wieder einmal versuchen anzuerkennen, dass Künstler den Mut besitzen etwas zu tun, was heutzutage leider nicht mehr alltäglich ist. Sie zeigen sich und geben ihrem Innersten eine Stimme. Dafür gebührt jedem auf der Bühnenstehenden Respekt und ein jeder Zuschauende sollte bereit sein, diesen zu zollen.

 

3.) Man sollte sehr wohl allein darüber entscheiden dürfen, ob man Gesehenes oder Gehörtes gut findet oder nicht. Zwangskulturismus gab es leider schon viel zu oft in der deutschen Geschichte. Kritik zu üben ist erlaubt! Bevor man sich äußert, sollte man sich jedoch sehr genau überlegen, was man wie und warum kritisiert.

                                                                                                                                                                  Markus Förster

 

Dieser Beitrag erschien im Pfingstgeflüster 2008.


geschrieben von Markus Förster

ZeitenWände fotografiert von Michael Küper

Markus Förster

Soeben wurden die ersten Fotos von unseren Aufführungen online gestellt. Dank gilt an dieser Stelle vor allem Michael Küper für die Bereitstellung der eindrucksvollen Fotographien. Es werden in den kommmenden Tagen weitere folgen. Des Weiteren möchten wir uns für die überwältigende Resonanz zu unserem Theaterstück bedanken. Al diejenigen die noch keine Rückantwort auf Ihre Email erhalten haben, sei gesagt, ich bin fleißig dabei zurückzuschreiben. Habt bitte etwas Geduld!


geschrieben von Markus Förster

Ein Schlusswort…

Markus Förster

ZeitenWände-ein Experiment! Unter diesem Titel begann vor mehr als zweieinhalb Jahren die Arbeiten zu unserem Theaterprojekt, welches nach vier Aufführungen im Leipziger Schauspielhaus nun sein endgültiges Ende findet. So wird es in der Zukunft keine weiteren Aufführungen des Stückes geben. Wir hoffen aber jenen Menschen die unseren Aufführungen beiwohnten, zwei unterhaltsame aber auch nachdenklich Stunden bereitet zu haben. Für Reaktionen jedweder Art, für Lob und Kritik stehen wir euch natürlich auch weiterhin zur Verfügung.

Weiterhin würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir eure Fotos von unseren Aufführungen zukommen lassen würdet. Diese könnten zum Einen den Besuchern der Seite einen (letzten) Einblick in ZeitenWände geben und zum Anderen eine mögliche Buchveröffentlichung des Theaterstücks berreichern. Schickt die Fotos bitte einfach an: markus@politischbedenklich.de

Da es in den letzten vierundzwanzig Stunden auch vermehrt Anfragen zum Thema Kauf von Requsiten, Bühnenbekleidung usw. gab, hier eine kurze Info unsererseits. In den kommenden Tagen werden sämtliche ZeitenWände Kostüme und Requisiten über Ebay versteigert werden. So kann sich jeder Interessierte sein ganz persönliches Stück ZeitenWände sichern. Mehr Informationen gibt es dazu dann auch hier.

An dieser Stelle möchte ich aber auch die Chance nutzen und mich beim Organisationsteam des WGTs sowie gesamten ZeitenWände-Ensemble für ihre Mitarbeit bedanken. Des Weiteren danke ich den über 2000 Zuschauern, die maßgeblich zum Gelingen des Experiments beitrugen und ZeitenWände zu einem unvergesslichen Erlebniss machten!

Ich werde jetzt ersteinmal etwas die freie Zeit genießen und dann so ganz langsam mit der Planung neuer Projekt beginnen. Doch dazu irgendwann einmal mehr.


geschrieben von Markus Förster

Name: Markus Förster

Robert Zahn

1.) Wie bist Du ein „ärztlich attestierter Wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ geworden?

Irgendwo auf einer Autobahn mitten in Deutschland entstand die Idee mit Oswald gemeinsam einmal ein „Projekt zu machen“. Was damals noch vollkommen undefiniert erschien, ist heute zu dem Theaterstück ZeitenWände herangereift.

2.) Was machst Du genau bei dem Theaterprojekt?

Mit-Autor, Schauspieler (der ach so „liebe“ Gegenspieler zu Oswalds Rolle) und Chef-Organisator des Ganzen

3.) Gibt es für dich bisherige besondere Erlebnisse, Ereignisse usw. die mit ZeitenWände in Zusammenhang stehen und der Nachwelt erzählt werden müssen?

Tausende, aber die kann und will ich hier (noch) nicht verraten. Ich denke, dass man erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand all das Erlebte verarbeitet und vielleicht werde ich dann das Eine oder Andere interessierten Menschen verraten.

4.) Was erwartest Du von den Aufführungen beim WGT?

Diese vier Aufführungen sind eine der schönsten Möglichkeit sein kreatives Tun anderen Menschen präsentieren zu können. Diese Chance bestmöglich zu nutzen und dem Publikum zwei schöne aber auch nachdenkliche Stunden zu bereiten, dass erwarte ich von mir selbst.

5.) Was verspricht in deinem Leben nach ZeitenWände zu passieren?

Ich werde erst einmal versuchen all die brachliegenden Freundschaften, die aufgrund meines zeitintensiven Engagements für das Theaterprojekt entstanden, bestmöglich wiederzubeleben. Danach werde ich mich aber auch relativ schnell um die graphischen Arbeiten meines nächstens Buches kümmern. Fertig geschrieben ist es ja nun schon seit mehreren Monaten. Des Weiteren möchte ich auch versuchen meine Kolumnenserie „politisch bedenklich“ in ein Printmagazin unterzubringen. Das hätte den Vorteil, dass ich die Kolumnen endlich einmal regelmäßig schreiben müsste.  Also weiterhin viel, viel Arbeit.

6.) Dein Schlusswort

die Auseinandersetzung mit der Zukunft ist Hoffnung für unsere Gegenwart.


geschrieben von Robert Zahn

Name: Claudia Rindler

Robert Zahn

1.) Wie bist Du ein „ärztlich attestierter Wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ geworden?

Finden sich die Wahnsinningen nicht immer irgendwie?  ZeitenWände ist nicht mein erstes Projekt in Zusammenarbeit mit Oswald Henke. Ich hab bereits die SFX bei „Schattendenken“ für ihn gemacht und er hat in meinem Film „Debilitas“ mitgespielt. So hat es sich wohl ergeben, dass ich angefragt wurde für „ZeitenWände“ zu arbeiten und ich bin natürlich gerne mit dabei.

2.) Was machst Du genau bei dem Theaterprojekt?

Zum einen, sehr, sehr viel Blut und zum anderen Make-up, Special Make-up-Effects und Ausstattung für die Laborszene (hübsche Einweckgläser mit Föten, Körperteilen etc.).

3.) Gibt es für dich bisherige besondere Erlebnisse, Ereignisse usw. die mit ZeitenWände in Zusammenhang stehen und der Nachwelt erzählt werden müssen?

Da ich bei den Proben bis jetzt noch nicht dabei war, hab ich leider (noch) keine witzige making-of story auf Lager. Werde aber umgehend aus dem Nähkästchen plaudern, sobald ich dabei war.

4.) Was erwartest Du von den Aufführungen beim WGT?

Na ja, das WGT ist halt immer eine gute Gelegenheit, seine Arbeit vor vielen Leuten zu präsentieren. Ich hoffe dass die Besucher etwas Blut & Gore vertragen…

5.) Was verspricht in deinem Leben nach ZeitenWände zu passieren?

Gegenfrage: Bin ich Hellseherin?

6.) Dein Schlusswort

Bin sehr gespannt auf das ganze Projekt und hoffe, dass alles so funktioniert wie wir uns das vorstellen.


geschrieben von Robert Zahn

Name: Robert Zahn

Robert Zahn

1.) Wie bist Du ein „ärztlich attestierter Wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ geworden?

Noch aus der Schulzeit kenne ich Markus und wir sind seit Jahren gute Freunde. Er wollte schon immer zusammen mit Oswald ein Stück machen und nun wurde der immense Aufwand in Angriff genommen. Um dieses Projekt wirklich durch zu ziehen, muss man eben ein wenig wahnsinnig sein und da stand für mich fest: Du musst bei diesem Experiment dabei sein.

2.) Was machst Du genau bei dem Theaterprojekt?

Leider sterbe ich am laufenden Band auf der Bühne, was meine Kollegen zu immer wiederkehrenden Scherzen gegen meine Rolle verwenden…das war ja wieder mal klar….Ansonsten spreche, höre, sehe, fühle, liege, schreie, schlafe, schiebe, tanze, diskutiere, wetteifere ich und habe kaum etwas zu lachen. Jedoch darf ich mich auch ab und zu freuen auf der Bühne. Wenigstens was. Neu hinzu kommt meine Rolle als ständiger Verlierer bei Monopolyspielen nach den Proben, als hätte ich nicht schon genug zu leiden. Aber: „Nicht alles im Leben kann human sein.“ (weiß nich ob das zitat rein kommen darf, wäre aber schön)

3.) Gibt es für dich bisherige besondere Erlebnisse, Ereignisse usw. die mit ZeitenWände in Zusammenhang stehen und der Nachwelt erzählt werden müssen?

Die Probensituation an sich gehört zu den absolut interessantesten Erlebnissen, die ich bisher im Theaterbereich erleben durfte. Zum einen liegen zwischen den Proben viele Wochen und man bekommt durch diesen Abstand einen ganz anderen Blick auf die Rollen und den Text. Man fängt nicht wieder bei Null an, aber nähert sich jedesmal auf eine andere interessante Weise an die Figuren an. Die Probensituation an sich schneidet die Außenwelt von einem immer völlig ab. Man kommt zu nichts anderes mehr, als zu der Arbeit an dem Stück. Wir sind tagelang von früh bis spät zusammen. Diese intensive Zeit macht das Experiment so spannend. Es ist eine Herausforderung.

4.) Was erwartest Du von den Aufführungen beim WGT?

Ich habe keine Ahnung. Ich war ja noch nie beim WGT. Ich lass mich überraschen.

5.) Was verspricht in deinem Leben nach ZeitenWände zu passieren?

Ich werde erst einmal brav weiter studieren, andere Projekte warten schon auf sich und hoffen, dass es ein „nach ZeitenWände“ vielleicht nicht so schnell geben wird….Wer weiß das schon…

6.) Dein Schlusswort

Danke für die Arbeit, die hier reingesteckt wird und allen Teilnehmenden TOI, TOI, TOI.


geschrieben von Robert Zahn

Name: Johannes Kleine

Johannes Kleine

1.) Wie bist Du ein „ärztlich attestierter Wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ geworden?

Schon in der ersten Produktion am Theater unserer Schule habe ich mit Markus, Robert, Caro mitgespielt – dieses Stück, „8:16“ kann man als Vorläufer unserer „ZeitenWände“ betrachten. Die Kulturkaderschmiede des Gymnasiums zu Jessen, dass wir also alle in dieser Zeit besuchten, brachte und zusammen und ermöglichte es Markus, uns immer mehr zu vereinnahmen und schließlich zu wahnsinnigen Immigranten des Showbusiness werden zu lassen. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen wir Schauspieler und weitere Teilnehmer an das Projekt herangehen, ist interessant: Ich als akademisch nicht unbedingt dem Dramatischen besonders zugetaner Literaturwissenschaftler sehe sicher anderes als unsere Theater- und Medienwissenschaftler; der sich bereits dramaturgisch und regisseuriell betätigende Mario weiß anders an das Stück heranzutreten als die künftige Deutsch- und Geschichtslehrerin. Diese interessante Mischung und natürlich auch die langjährige freundschaftliche Bande, die die meisten von uns verbindet, haben mich als jungen Papa und Studentenrat trotz Zeitnot zusagen lassen, als Markus die tatsächlichen Realisierungsgelüste des wahnwitzige Projekts beteuerte.

2.) Was machst Du genau bei dem Theaterprojekt?

Ich war erst ein flat character, der hampelnde Moderator, der die Collagenbits und pieces zusammenhält. Aber – und gerade dieser intensive Probenprozess, der auch vor kompletten textlichen wie dramaturgischen Änderungen keine Angst hat, macht ja so viel Spaß – nach einigen vom Autorenteam durchwachten Nächten, bin ich nun eine durchaus herausgearbeitete Conferencier-Figur, die sich brutal brechen lässt und so das an sich schon in verschiedene Metaebenen aufgespaltete Geschehen auf höherer Stufe reflektiert. Das zunehmend Grauenhafte spiegelt sich also im Gemüt meines Charakters und gipfelt in einer willenlosen Todessehnsucht.

3.) Gibt es für dich bisherige besondere Erlebnisse, Ereignisse usw. die mit ZeitenWände in Zusammenhang stehen und der Nachwelt erzählt werden müssen?

Nö, fällt mir grad nix ein. Wird entweder nachgereicht oder fällt weg.

4.) Was erwartest Du von den Aufführungen beim WGT?

Da liegt ja das Problem: Ich kann mir noch gar nicht recht vorstellen, wie die Aufführungen funktionieren und was ich ergo erwarten kann. Hoffentlich treffen wir auf ein anspruchvolles, aber auch enorm offenes Publikum, das auch hinter der mitunter abgefahren drastischen Metaphorik nach Zusammenhängen und Aussagen sucht. Ganz abgesehen davon weiß ich noch nicht, wie ich den ganzen Kaffee trinken soll, um Samstag morgens um 6 Uhr aufzubauen und nach zwei Vorstellungen wieder abzubauen, ohne am Sonntag wegen Magengeschwüren auszufallen.

5.) Was verspricht in deinem Leben nach ZeitenWände zu passieren?

Meine erste Hausarbeit wird wenig später abzugeben sein und muss gut werden. Außerdem macht uns in Sachsen die Novellierung des Sächsischen Hochschulgesetzes zu schaffen, was bestimmendes Thema meiner Arbeit im Studentenrat und Fachschaftsrat meiner Fakultät in Dresden sein wird. Ansonsten genießen wird gemütlichen sächsischen Studierenden den Vorzug einer Woche Pfingstferien, die ich am liebsten bei Sonnenschein mit meiner Tochter und deren Mama an der Elbe verbringen möchte.

6.) Dein Schlusswort

Kein Kommentar!


geschrieben von Johannes Kleine

Name: Karoline Metzker

Karoline Metzker

1.) Wie bist Du ein „ärztlich attestierter Wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ geworden?

Als „alter Hase“, was die Beteiligung an Projekten von Markus betrifft, ist man gerne wieder mit dabei. Ich wusste, dass er in naher Zukunft was im Schilde führte und weil ich gerne wieder mit ihm zusammenarbeiten wollte, war das keine große Hürde im Entscheidungsprozess. Als er anfragte war die Freude groß, erst recht wenn man das Schauspielhaus Leipzig mit im Schlepptau hat. So eine Chance begegnet einem nicht alle Tage.

2.) Was machst Du genau bei dem Theaterprojekt?

Ich spiele, versuche lieb und nett zu sein und dem Stück die einzig weibliche Note zu verleihen.

3.) Gibt es für dich bisherige besondere Erlebnisse, Ereignisse usw. die mit ZeitenWände in Zusammenhang stehen und der Nachwelt erzählt werden müssen?

Die Popcornsucht einiger Mitspieler, welche weit über meine hinausreicht….:)
„Die Henne im Korb“ zu sein
An Erfahrungen zu gelangen, die weit über meinen schulischen und universitären Theaterspielwerdegang hinausgehen.

4.) Was erwartest Du von den Aufführungen beim WGT?

Aufmerksamkeit, Verständnis (und Applaus), Annerkennung für die Arbeit und Mühe, welche davor und dahinter steckt.

5.) Was verspricht in deinem Leben nach ZeitenWände zu passieren?

Ich werde berühmt, natürlich!!! Neee, quatsch…. Auf jeden Fall an Erfahrungen und Erlebnissen reicher, ein „ärztlich attestierter wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ zu sein.

6.) Dein Schlusswort

„Wie hässlich werden Menschen, wenn sie gar nichts mehr bewegt…“


geschrieben von Karoline Metzker

Name: Mario Matthias

Mario Matthias

1.) Wie bist Du ein „ärztlich attestierter Wahnsinniger Immigrant des Showbusiness“ geworden?

Durch bereits Jahre andauernde Freundschaft mit Markus (Besuch des gleichen Gymnasiums) und stetes Interesse für Theater (schließlich Studium der Theater- und Medienwissenschaft und Germanistik und einige eigene Regiearbeiten) wurde ich von Markus gefragt, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, an diesem Projekt mitzuwirken. Und schon war ich dabei!

2.) Was machst Du genau bei dem Theaterprojekt?

Ich war ursprünglich „nur“ als Co-Regisseur vorgesehen mit der klaren Bemerkung von mir, nicht auf der Bühne stehen zu wollen. Da hat sich nun etwas getan und ihr werdet mich das ein oder andere Mal doch auf der Bühne sehen können (teilweise mit überraschenden Effekten)

3.) Gibt es für dich bisherige besondere Erlebnisse, Ereignisse usw. die mit ZeitenWände in Zusammenhang stehen und der Nachwelt erzählt werden müssen?

Es sollte für die Nachwelt festgehalten werden, dass niemand in der Gruppe außer mir gerne Weißkohlsuppe ist. Alle anderen Kleinigkeiten und Erlebnisse gehören wohl nicht in die Außenwelt

4.) Was erwartest Du von den Aufführungen beim WGT?

Hoffentlich gutes Theater und überwältigende Reaktionen vom Publikum! Und ein volles Haus natürlich. Das wäre wohl das Beste. Allerdings auch viel Stress. Aber das gehört ja nun mal dazu…

5.) Was verspricht in deinem Leben nach ZeitenWände zu passieren?

Weiterhin viel Theater: Mehrere eigene Inszenierungen stehen an sowie hoffentlich irgendwann mal das erfolgreiche Beenden des Studiums!

6.) Dein Schlusswort

Wollen ist Müssen!


geschrieben von Mario Matthias